Aus der Kulturabteilung

Das Museum K20 erleben: Hier können Sie den Meisterwerken des 20 Jahrhunderts begegnen

Von Frau Seika Tanaka (freie Mitarbeiterin der Museen K20 & K21)

Kennen Sie das Düsseldorfer Kunstmuseum K20? Es ist das in der Alstadt nicht weit von den belebten Einkaufsstraßen gelegene schwarze Gebäude mit der eleganten stromlinienförmigen Fassade. Das „K“ steht für das Wort Kunst, die „20“ weißt auf das 20. Jahrhundert hin. In dem Namen ist also die Bedeutung enthalten, dass man in dem Museum berühmte Werke des 20. Jahrhunderts bewundern kann.Partnermuseen des K20 sind das einen Fokus auf die Werke des 21. Jahrhunderts legende K21 und das für Events und kleinere Ausstellungen genutzte Schmela Haus. Die drei Museen werden gemeinsam als Kunstsammlung NRW verwaltet. Die Kunstsammlung wurde 1961 eröffnet. Den Anlass dafür war, dass das Land NRW von einem amerikanischen Kunstsammler 88 Werke des Malers Paul Klee in einem Pauschalkauf erwarb. 1986 wurde die Sammlung an den heutigen Ort verlegt und nach drei Jahre andauernden Erweiterungsbauarbeiten im Jahr 2010 mit einer vergrößerten Ausstellungsfläche von 5000 qm wiedereröffnet. Das K20 verfügt über eine vollständige Kollektionen von Werken aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Besonders hervorzuheben sind hier die Bereiche 1. Paul Klee, 2. Pablo Picasso und 3. Surrealismus.

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Foto: © Walter Klein
© Kunstsammlung NRW

Die Highlights des 20. Jahrhunderts

1. Paul Klee
Der schweizer Maler Paul Klee wird für seinen poetischen Stil von vielen Menschen geliebt. Seit der Eröffnung des K20 wurde die Sammlung von Paul Klee‘s Werken weitergeführt und die Kollektion umfasst mittlerweile 100 Werke.
Von seinen präzisen Radierungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts bis hin zu den monumentalen Werken in der Phase seines Lebensabends lassen sich die Spuren von mehr als 40 Jahren von Klees Werk verfolgen. Klee forschte mit Begeisterung und probierte zahlreiche Zeichen- und Malmaterialien aus. Er benutze nicht nur Öl- und Acrylfarben sondern auch Tinte und Kreide. Als Maluntergrund verwendete er nicht nur Leinwände sondern malte direkt auf Holzbrettern oder klebte Jute- oder Gaze-Gewebe auf. Er besaß daher einen Malstil, bei dem sich die Werke untereinander stark unterschieden. Mir persönlich gefällt besonders das Bild „Kamel in rhythmischer Baumlandschaft”, dass einen mit seinem, einem Notenheft ähnelnden, Aufbau und sanften Farbharmonien das Gefühl gibt, Musik zu hören. Außerdem mag ich das Bild „omphalo-centrischer Vortrag“. Obwohl Klee dieses Werk in seiner späten Schaffensphase, in der er mit schwerer Krankheit zu kämpfen hatte, schuf, lässt es einen Leichtigkeit und Tiefgründigkeit zugleich spüren.

2. Pablo Picasso
Pablo Picasso ist unter den Malern des 20. Jahrhunderts wahrscheinlich die berühmteste Persönlichkeit. Er reformierte ständig seinen Stil und hatte unterschiedliche Phasen, wie die blaue Periode, die rosa Periode, den Kubismus und Neoklassizismus. Im K20 werden hauptsächlich Werke ab der Phase des Kubismus ausgestellt. Der Kubismus ist ein Malmethode die von Pablo Picasso und dem Maler Georges Braque in den 1910ern entwickelt und umgesetzt wurde. Das Motiv wird dabei eckig und geradlinig gezeichnet, ferner betrachtet und analysiert man es nicht nur aus einer sondern aus zahlreichen Perspektiven und setzt es auf der Leinwandoberfläche neu zusammen. Auch wenn das Motiv z.B. eine Frau ist wird diese Regel streng eingehalten. Das Bild „Porträt von Fernando“, das im K20 ausgestellt wird, zeigt den damaligen Liebhaber Picassos, den schönen Fernando, der durch Picassos spitzwinklige Bildstruktur in eine Form verwandelt ist, die einem strengen Sumo-Ringer ähnelt. Picasso hat außerdem Marie-Thérèse, die später seine Geliebte wurde, im Stil des Surrealismus (wird später noch genauer erläutert) gemalt. In dem Gemälde „Frau vor dem Spiegel“, in dem eine deformierte Frau und ein unrealistischer Raum abgebildet sind, hinterlässt einen stark surrealistischen Eindruck. Es ist ein großartiges Werk, in dem Picassos unverwechselbarer Originalität zum Ausdruck kommt und ein weiteres Highlight des K20- Museums.

2. Surrealismus
Der Surrealismus ist eine Stilrichtung in der Malerei, die nach dem Kubismus auftrat. Im Surrealismus werden keine rationalen Gedanken, sondern Wünsche und Gefühle die aus Träumen oder dem Unterbewusstsein an die Oberfläche treten unmittelbar zum Ausdruck gebracht. Sie haben bestimmt schon einmal Salvador Dalís Tagträume wiederspiegelnde Bilder irgendwo gesehen. Im K20 werden zahlreiche surrealistische Werke, mit einem Fokus auf die Maler Max Ernst und René Magritte ausgestellt. „Die schwankende Frau“ von Max Ernst ist zum Beispiel ein Werk, in dem eine Frau in einem Raum, dessen Zeit und Ort man nicht bestimmen kann, gemalt ist. Sie ist in einer metallenen Struktur gefangen und scheint kraftlos zu schweben. Der Surrealismus, der zwischen den zwei Weltkriegen unheimliche Energien explodieren ließ, entstand in einer Zeit, die man als eine immer undurchsichtiger werdende Moderne bezeichnen kann und scheint den Betrachter heute erneut herauszufordern.

Reichhaltiges Rahmenprogramm

Die Kunstsammlung NRW bietet nicht nur Ausstellungen sondern auch zahlreiche Events und Rahmenprogramme an. Vor kurzem gab es zum Beispiel ein Konzert der Technoband Kraftwerk und einen Gesprächsabend mit dem Regisseur Wim Wenders. Beide Veranstaltungen waren ein voller Erfolg. In den Sommer- und Frühjahrsferien gibt es außerdem Workshops für Schulkinder. Das Programm ist vollständig auf der Homepage der Museen veröffentlicht. Bitte informieren Sie sich bei Interesse auch hier.(http://www.kunstsammlung.de/service/kalender.html
Der an jedem ersten Mittwoch im Monat veranstaltete “KPMG Abend“ ist übrigens eine einmalige Gelegenheit, um sich die ausgestellten Werke kostenlos und ganz spontan anzusehen. Er wird von dem Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG veranstaltet und man kann die Museen K20 und K21 zwischen 18 und 22 Uhr kostenlos besuchen. Was die meisten außerdem nicht wissen ist, dass es im K20 auch eine Bücherei gibt. Der Eingang liegt in der oberen Etage des Gebäudes und sie kann genau wie eine öffentliche Bücherei während der Öffnungszeiten von jedem benutzt werden. Der Bestand der Bücherei umfasst ca. 135.000 Bücher und man kann dort aus der ganzen Welt zusammengetragene wertvolle Künstleralben in Ruhe durchsehen. Ich selbst betreue in den beiden Museen K20 und K21 geleitete Führugen auf Japanisch. Für kleine Gruppen, Kindergeburtstage oder Kulturveranstaltungen von Firmen kann ich Ihnen gerne eine Führung nach dem von Ihnen gewünschten Zeitplan und Inhalten zusammenstellen. Bei Interesse können Sie sich gerne unverbindlich an mich wenden (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K20
Grabbeplatz 5
40213 Düsseldorf
Tel: 0211 8381 204

S.7rechts kleinerSo sieht das K20 von Innen aus. Neben Kubismus und Surrealismus, werden im großen Umfang auch deutsche Expressionisten, abstrakte Malerei und amerikanische Pop-Art ausgestellt.
Foto : Katja Illner