Aus der Abteilung für Alltagsleben

Leitungswasser in Deutschland

Guten Tag, mein Name ist Ewa Westermann-Schutzki, ich arbeite seit 11 Jahren für die Verbraucherzentrale NRW und mein Fachgebiet dort sind Umwelt und Energierecht.
Hierzu gehören Themen wie:

•    Müll richtig trennen und entsorgen
•    Reinigungsmittel, wie viele brauchen wir tatsächlich?
•    Pflanzenschutz,
•    Insektenschutz,
•    Ökologisch renovieren,
•    Schadstoffberatung
•    Weniger Plastik im Alltag (Mehrwegverpackungen)
•    Trinkwasser
•    Regionale, biologische und faire Lebensmittel

Von der Ausbildung her bin ich Dipl. Oecotrophologin.

Im vergangenen Jahr, durfe ich im Japanischer Club Duesseldorf e.V. zum Thema Bio-Lebensmittel referieren, was unglaublich nett und auch sehr neu für mich war. Und, weil es so schön war, haben wir für das Jahr 2020 einen Vortrag zum Thema Trinkwasser eingeplant. Leider, aufgrund des Coronavirus, müssen wir diesen Vortrag verschieben.
Damit Sie, aber vorab über das Leitungswasser informiert sind und vielleicht auch Lust auf den baldigen Vortrag bekommen, hier ein paar Fakten.

Mein Auftrag als Umweltberaterin ist es, die Abfallvermeidung zu fördern.
Die Zahlen zeigen einen Trend: In Deutschland wird immer mehr Verpackungsmaterial benötigt. Die aktuellsten Zahlen des Umweltbundesamtes zeigen für 2017: Jeder Verbraucher und jede Verbraucherin hat 226 kg an Verpackungen verbraucht: 3 % mehr als im Vorjahr. Eine große Rolle spielen beim Verpackungsmüll die Getränkebehältnisse - hier insbesondere die Wasserflaschen. Der Konsum von Mineralwasser hat sich vervielfacht.

Dabei ist der Großteil (über 61 %) der Flaschen, von denen wir hier sprechen, keine Mehrwegflasche, sondern die PET-Einwegflasche, die nach einmaligem Gebrauch zwar sehr oft im Rücknahme-Automaten landet und recycelt wird.
Rechnet man all diese Transportwege zusammen, ist die Klimabelastung durch das in Deutschland verkaufte Mineralwasser (importiertes Wasser eingerechnet) im Durchschnitt 600 mal höher als durch Leitungswasser.

Die Politik hat auf diese Entwicklungen reagiert:
-Mit der EU-Plastikstrategie werden ab 2021 einige Einwegprodukte in Zukunft in der Europäischen Union verboten sein. Dies Betrifft etwa Strohhalme, Rührstäbe oder Lebensmittelschalen aus Plastik bzw. Styropor. Die Zahl der Wegwerf-Getränkeflaschen aus Plastik soll verringert werden.
-In diesem Frühjahr wird eine Neufassung der EU-Trinkwasserrichtlinie erwartet. Eine Anforderung in der Richtlinie wird es sein, den Zugang zu Trinkwasser in der Europäischen Union zu verbessern. Die Mitgliedsstaaten werden sich also überlegen müssen, wie sie den Zugang zu Trinkwasser verbessern können.
Mehr Menschen das Trinken von Leitungswasser zu ermöglichen ist also ein wichtiger Schlüssel, um große Mengen an Abfall zu vermeiden - und viele Ressourcen einzusparen. Denn Leitungswasser muss nicht in die Supermärkte und Haushalte transportiert werden, es braucht keine Verpackung und keine Kühlung.
Ein gängiges Vorurteil gegenüber Leitungswasser ist z.B.
- dass es nicht rein genug ist
- oder erst abgekocht werden muss
- oder nicht reichlich an Mineralstoffen und Spurenlementen ist
- oder nicht ausreichend geprüft wird
- Spuren von Arzneimitteln aufweist
 -und somit ungesund ist

Das Trinkwasser in Deutschland ist eines der am besten kontrollierten Lebensmittel überhaupt!!
Es ist köstlich, kalorienfrei, (fast) kostenlos – die Vorzüge von Trinkwasser sprudeln schnell hervor, wenn man das Getränk unter die Lupe nimmt. Das am besten untersuchte Lebensmittel ist nicht nur der ideale Durstlöscher, sondern auch etwa 100 Mal preiswerter als Mineralwasser aus der Flasche. Wer Leitungswasser trinkt, tut außerdem auch ‚volle Pulle‘ was für den Umweltschutz, kann ich Ihen sagen. Denn wenn mehr Trinkwasser in Mehrwegflaschen aus Glas, Edelstahl oder aus Kunststoff abgefüllt wird, hilft das, den jährlichen Abfallberg von deutschlandweit 9,1 Milliarden Einwegplastikflaschen erheblich zu reduzieren. Rund ums Wasser aus der Leitung dreht die Beraterin mit vier Tipps den Informationshahn auf:

•    Überall-Getränk: „Refill“-Stationen. Hier können Verbraucher/-innen Station machen, um mitgebrachte Flaschen kostenlos mit Leitungswasser nachzufüllen.
Unterwegs ist das ein prima Wegweiser, um den Durstlöscher stets frisch dabei zu haben.
https://refill-deutschland.de/duesseldorf/

•    Gesundheitsquell: Der kalorienfreie Durstlöscher kann den Flüssigkeitsbedarf des menschlichen Körpers ideal decken. Denn eineinhalb bis zwei Liter sollten täglich schon getrunken werden, um den Wasser- und Mineralstoffhaushalt im Gleichgewicht zu halten. Das fördert nicht nur Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit, sondern sorgt auch für glatte Haut und einen reinen Teint. Mineralwasser aus der Flasche enthält übrigens nicht unbedingt mehr Mineralien als Leitungswasser. Und nicht zuletzt spart der Umstieg auf Leitungswasser das Schleppen von Flaschen und Kisten – was auch den Rücken schont.

•    Qualitätsgeprüft: Das Leitungswasser in Deutschland ist gut überwacht und flächendeckend von sehr guter Qualität. Die Wasserversorger unterschreiten die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung oft deutlich. Es sollte immer frisch verwendet und nicht lange, etwa im Kühlschrank, stehen gelassen werden. Belastungen durch Bleileitungen der Hausinstallation sind bei Gebäuden, die nach 1973 gebaut wurden, ausgeschlossen. Bei älteren Häusern sollte beim Vermieter oder den Vorbesitzern erfragt werden, welche Wasserleitungen installiert wurden. Im Zweifel kann man das Wasser in einem Labor (Kosten zwischen 30 und 50 Euro) auf möglichen Bleigehalt untersuchen lassen.

•    Umwelt-Plus: Kraneberger zu trinken ist Wasser auf die Mühlen beim Umweltschutz. Denn frisch aus dem Hahn gezapft erspart es nicht nur Müll, sondern verbessert auch die CO2-Bilanz: Für einen Liter ungekühltes Mineralwasser aus der Flasche werden 211 Gramm des klimaschädlichen Gases ausgestoßen. Für die gleiche Menge ungekühltes Trinkwasser aus der Leitung schlagen in der Modellrechnung nur 0,3 Gramm zu Buche.

Ein leckeres "Lieblingswasser"- Rezept:
Blaubeer-Zitrone-Ingwer-Minze-Wasser:
Zutaten:
100g Blaubeeren
3 Scheiben Bio-Zitrone
3 Scheiben Bio-Ingwer
1 Zweig Bio-Minze
Leitungswasser (ca. 1 Liter)
Eiswürfel (nach Wunsch)
Zubereitung:
Die Zitronen und den Ingwer waschen, in Scheiben schneiden (evtl. halbieren), Blaubeeren und Minze waschen. Alles in eine Karaffee geben.
Mit Leitungswasser auffüllen und etwas ziehen lassen.
Guten Durst :-) !!!

S9 rechts

Einen Vortrag und mehr Informationen zum Thema Trinkwasser werden wir, hoffentlich, in naher Zukunft im Japanischen Club Düsseldorf e.V.vorstellen.Oder schauen Sie unter: https://www.verbraucherzentrale.nrw/leitungswasser
Umweltberatung der Verbraucherzetrale
Ewa Westermann-Schutzki
Immermannstr. 51
Tel.  (0211) 71 06 49 40/75
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