Die Legende vom Aachener Dom und dem Teufel

aachener domAachen ist berühmt für seinen Dom (Weltkulturerbe), seine Kurbäder und seinen wunderschönen Weihnachtsmarkt. Da Aachen nur einen Tagesausflug entfernt liegt, waren bestimmt viele von Ihnen schon einmal dort. Aber kennen Sie auch die sich um den Aachener Dom rankende Legende über den Teufel?

Zur Zeit der Errichtung des Aachener Doms waren die Aachener Bürger in Schwierigkeiten, denn das Geld reichte nicht aus. So wandten Sie sich an den Teufel und erhielten im Tausch für die Seele des ersten, der den Dom betreten würde, Geld für die Fertigstellung ihres Gotteshauses. Doch die Bürger waren keine Leute, die leichtfertig mit Menschleben umgingen und so ließen Sie den Dom als erstes von einem Wolf betreten. Der Teufel, der dies nicht wusste, nahm so die Seele des Wolfes und verließ daraufhin wütend und tobend den Dom. Da er die Tür des Doms sehr ungestüm zuschlug riss er sich dabei einen seiner Finger ab und man sagt, dass dieser Finger bis heute an der rechten Tür der Domvorderseite zurückgeblieben ist. Nach diesem Vorfall beschloss der Teufel Sand aus dem Norden zu holen und damit die Stadt Aachen zu begraben. Doch als er auf seinem Weg eine Pause machte, traf er eine alte Frau und fragte sie: „Ist es noch weit bis nach Aachen?“. Die Frau antwortete: „Schau dir doch mal meine Schuhe an. Die Schuhe habe ich das erste Mal angezogen, als ich aus Aachen fortging und sie sind schon so abgenutzt. Soweit liegt Aachen entfernt.“ Der Teufel, der daraufhin dachte, dass es wohl dumm wäre, den Sand weiter zu tragen, wenn Aachen doch so weit entfernt läge, lud den Sand dort ab und machte sich auf und davon. In wirklich lag Aachen jedoch nur eine Nasenlänge von ihm entfernt. Die alte Frau hatte bemerkt, dass der Mann, der sie angesprochen hatte einen Pferdefuß besaß (ein besonderes Merkmal des Teufels) und daher eine Lüge erzählt. Der Ort, an dem der Teufel den Sand ablud, nannte man Lousberg und er wurde zu einem, noch heute bei den Aachenern beliebten, Berg. Heute gibt es eine Bronzestatue, die die alte Frau und den Teufel zeigt und an die Klugheit der Frau erinnert, die Aachen beschütz hat. Außerdem sind auf dem Gehweg hier und dort Fußspuren von Pferdehufen hinterlassen.

Ich persönlich glaube, dass der Bau des zu Lebzeiten von Karl des Großen errichteten Doms wohl solch große Geldsummen erfordert haben muss, dass die Bürger sogar bereit waren sich selbst an den Teufel zu verkaufen, um die benötigte Summe irgendwie aufzubringen. Man bewundert die Mühe der damaligen Bürger aber auch ihren Humor, von dem der Finger des Teufels und die gleich neben dem Domeingang stehende Statue eines Wolfes mit einem Loch in der Brust zeugen. Bedenkt man jedoch, dass dieser prachtvolle Dom im Angesicht von Leid und Kummer der Aachener Bürger errichtet wurde, die sich nicht von uns heutigen Menschen unterschieden, fühlt man sich dem Aachener Dom gleich ein Stück näher. Die Pracht mit der der Aachener Dom erbaut wurde überwältigt den Betrachter, doch sich an die Legende des Teufels zu erinnern und mit den Gedanken der damaligen Bürger, die auf der Kehrseite dieses Luxus standen, in Berührung zu kommen, macht ebenfalls Spaß.

Wenn Sie die wunderschönen Glasfenster der Kapelle und den Finger des Teufels gesehen haben, empfehle ich Ihnen einen Besuch im Rathaus. Das Rathaus ist für die Öffentlichkeit zugänglich und wenn man am Eingang Eintritt bezahlt, kann man sein Inneres besichtigen. An einem Treppenabsatz des vorderen Aufgangs gibt es auch einen versteckten Platz von dem man einen tollen Ausblick auf den Dom hat und sich gut Fotos machen lassen. Im Inneren gibt es außerdem einen feierlichen Saal, der eine Ausstellung über die Gewinner des einmal im Jahr vergebenen Karlpreises enthält. Unter den Preisträgern, die für ihren Beitrag an der europäischen Integration geehrte wurden, ist unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel. Der Besuch der Ausstellung ist im Eintrittspreis enthalten. Ein weiterer Tipp für alle, die planen, den Ende November beginnenden Weihnachtsmarkt zu besuchen, ist der in Handarbeit produzierende Bonbonmacher Hartmut Gerhards, dessen Markenzeichen die pinke Baskenmütze des Besitzers ist. Auf den ersten Blick wirken die dort verkauften Waren wie gewöhnliche Bonbons, doch sie sind handgemacht und der sich im Mund ausbreitende süße Geschmack der Bonbons ist bei Kindern und Erwachsenen aus der Region beliebt. Außerdem empfehlen wir Ihnen natürlich die Aachener Printen. 2014 sollen drei Läden auf dem Weihnachtsmarkt eröffnen. Probieren Sie doch einmal die Printen von allen dreien zu essen und dann zu vergleichen. Und falls Sie noch ein wenig Zeit übrig haben, machen Sie doch einen kleinen Spaziergang durch die Aachener Altstadt. Sie beginnt direkt am Rathausplatz und gut bei einem Rundgang zu Fuß zu erkunden. In dem an die Niederlande und Belgien angrenzenden Aachen gibt es außerdem viele Geschäfte, in denen der Einfluss der beiden Länder deutlich zu spüren ist. Ich denke, dass Aachen daher eine Stadt ist, die sich von Düsseldorf unterscheidet und wo man daher viel Spaß am Entdecken dieser Andersartigkeit haben kann. Mit dem Weihnachtsmarkt im Winter und dem Weltfest des Pferdesports im Sommer hat Aachen das ganze Jahr über Interessante Veranstaltungen zu bieten. Machen Sie doch einmal einen Ausflug am Wochenende.

Yuko Yoneyama

Aachener Dom, Domhof 1, 52062 Aachen
April – Dezember: 7:00 – 19:00 Uhr
Januar – März: 7:00 – 18:00 Uhr

Aachener Rathaus, Markt, 52062 Aachen
10:00 - 18:00 Uhr

Aachen Tourist Service e.V., Friedrich-Wilhelm-Platz, 52062 Aachen

S.6 links

Die Tür, an der der Finger des Teufels zurückblieb

S.6 rechts

Statue von Karl dem Großen und das Aachener Rathaus