25 Jahre japanischer Männerchor in Düsseldorf

Kulturabteilung des Japanischen Clubs Düsseldorf, Repräsentant des Männerchors, Herr Junichi Takeda

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hingebungsvoller Auftritt am Japan-Tag

Golfkrieg

Wir, der Männerchor des Japanischen Clubs, erblickten vor 25 Jahren das Licht der Welt. Bedingt durch den am 17. Januar 1991 ausbrechenden Golfkrieg, konnten die hier lebenden japanischen Geschäftsmänner keine Geschäftsreisen mehr außerhalb Deutschlands unternehmen und sahen sich mit dem Problem konfrontiert, mehr freie Zeit zur Verfügung zu haben, als ihnen lieb war. So versammelten sich Karaoke-Fans und das Singen liebende Gleichgesinnte und bildeten einen Männerchor. Herr Sado von der Firma Ube Industries Ltd., der der erste Dirigent unseres Chors war, und Herr Watanabe, der in der gleichen Firma tätig war, wandten sich gemeinsam an mich, der zu der Zeit als Büroleiter der Japanischen Industrie- und Handelskammer tätig war und ich erinnere mich noch heute gut daran, wie wir im Restaurant „Benkay“ gemeinsam aßen und dabei das Konzept für die Gründung des Chors miteinander besprachen. Da für jeden Gesangpart in jedem Fall zwei Sänger und damit insgesamt 8 Personen notwendig waren, mussten wir zunächst Gleichgesinnte für unser Projekt finden. Seitdem sind 25 Jahre vergangen und da es quasi das Schicksal japanischer Geschäftsmänner ist, an einen anderen Ort versetzt zu werden, war die Sicherstellung der Chormitglieder mit großen Schwierigkeiten verbunden. Doch dank der warmherzigen Unterstützung japanischer und deutscher Beteiligter, können wir in diesem Herbst unser 25-jähriges Bestehen mit einem Jubiläumskonzert feiern. Seitdem der Männerchor im Jahr 1993 offiziell als eine der Kulturabteilung des Japanischen Clubs angehörige Gruppe anerkannt wurde, hat die Zahl seiner Mitglieder, die bereits nach Japan zurückgekehrten Personen miteinbezogen, 150 Personen überschritten.

Musik kennt keine Grenzen: Mit dem Chor leisten wir einen Beitrag für die japanisch-deutsche Freundschaft

Der Männerchor hat seit seiner Gründung zahlreiche Aktivitäten für die Förderung der japanisch-deutschen Freundschaft unternommen. Wir haben dabei nicht nur eigene Konzerte veranstaltet, sondern auch in zahlreichen Städten NRWs (Kaiserswerth, Meerbusch, Ratingen, Lünen, Mönchengladbach, Münster, Senden, Siegburg, Borken etc.) an verschiedenen Veranstaltungen mit Japanbezug teilgenommen und waren z.B. auch beim Weinfest an der Mosel mit vertreten. Beim dem jährlich in der Landeshauptstadt Düsseldorf veranstalteten Japan-Tag soll es viele Besucher geben, die unseren Auftritt sehnlich erwarten. Und auch beim Herbstfest des Friedensdorfes in Oberhausen geben wir ein Konzert zur Aufmunterung. Wir werden von den Kindern der Einrichtung und den dortigen Mitarbeitern stets herzlich willkommen geheißen. Als wir im vorletzten Herbst gemeinsam mit dem Sakura-Chor das bei den Friedensdorf-Kindern bekannte und beliebte Lied „Tsubasa wo kudasai“ (Bitte gib mir Flügel) auf Japanisch vortrugen, kam nach dem Auftritt, als ich gerade dabei war die deutsche Bedeutung des Liedtextes zu erläutern, ein Paar mittleren Alters auf mich zu und sagte: „Das war ein toller Auftritt! Bitte erklären Sie uns die Bedeutung des Textes auf Deutsch!“ Und so überreichte ich Ihnen einen Ausdruck des Liedtextes. In diesem Moment wurde mir bewusst, dass auch die deutschen Zuhörer von einem japanischen Lied bewegt werden, wenn man ihnen seine Bedeutung vermittelt. Wir nehmen auch regelmäßig an Veranstaltungen von deutsch-japanischen Gesellschaften und dem Japanischen Generalkonsulat teil und empfinden dabei gemeinsam und ganz unmittelbar, dass „Musik keine Grenzen kennt“. Auch wenn man sich auf sprachlicher Ebene nicht vollkommen verständigen kann, sind wir stolz darauf, dass wir uns durch Gesang in die deutsche Gesellschaft integrieren, von dieser akzeptiert und geschätzt werden und so einen nicht unerheblichen Beitrag für die japanisch-deutsche Freundschaft leisten. Dass unsere Aktivitäten von der deutschen Community anerkannt werden, zeigt sich auch darin, dass wir in diesem Herbst bei einer Veranstaltung des Chorverbandes Düsseldorf die im Plenarsaal des am Rhein gelegenen Rathauses stattfindet eine öffentliche Ehrung erhalten werden.

Das “Ü” ist ein Problem, Schumann ist es nicht.

Mit dieser Überschrift und einem Foto stellte uns die Lokalzeitschrift WZ vor. Anlass war unsere Darbietung von Robert Schumans „Myrthen”, die wir vor 10 Jahren (Ende August 2006) bei unserem Konzert zum 15. Jubiläum in der Clara-Schumann-Musikschule vortrugen. Da wir ja Amateure und keine professionellen Sänger sind, war es schwierig für uns, die Aussprache des deutschen Umlautes zu meistern. Sich durch das Singen von Trinkliedern an die deutsche Betonung zu gewöhnen, hat sich als die effektivste Methode herausgestellt. Bei dem im September 2013 veranstalteten Konzert anlässlich des 175-jährigen Bestehens der ältesten Düsseldorfer Brauerei Schumacher gaben wir einen Sonderauftritt, bei dem wir mit Altbier unsere Kehlen befeuchteten, Trinklieder sangen und schließlich im Applaus der deutschen Zuschauer baden durften. Dies wurde Anlass einer längeren Kooperation, denn im vergangenen Jahr 2015 haben wir bereits das dritte Mal auf der im Innenhof der Brauerei errichteten Bühne ein Konzert gegeben und außerdem Ende November 40 Minuten (13 Lieder) lang mit japanischen und deutschen Weihnachtsliedern das deutsche Publikum entzückt.

Düsseldorf ist unsere zweite Heimat

Die Stadt Düsseldorf ist für uns japanische Geschäftsmänner in vielerlei Hinsicht eine besondere Stadt. Wie Sie wissen, wird hier am Rhein in jedem Jahr der „Japan-Tag“ gefeiert. In Tokyo gibt es einen „Düsseldorf-Abend“, der von der Präfekturregierung und der Stadt Düsseldorf gemeinsam veranstaltet wird und zu dem die ehemaligen Führungskräfte der in Düsseldorf ansässigen japanischen Unternehmen eingeladen werden. Für die bereits nach Japan zurückgekehrten ehemaligen Mitglieder unserer Gruppe ist Düsseldorf ein sehnlich vermisste „Zweite Heimat“ an die man sich gern erinnert, denn der Ursprung unseres Männerchors, der hier am Rhein gewohnt und sich im nicht weit vom Fluss entfernten japanischen Kindergarten zum Proben traf, ist hier. Außerdem haben unsere ehemaligen Mitglieder in Tokyo eine Ortsgruppe des Männerchores gegründet und führen ihre Aktivitäten auch nach ihrer Rückkehr nach Japan weiter fort, indem sie deutsche Lieder und deutsche Kultur in Japan bekannt machen. Diese ehemaligen Mitglieder werden auch mit dabei sein, wenn wir am 24. September dieses Jahres gemeinsam mit dem Sakura-Chor und den Bilker Sangesfreunden unser Jubiläumskonzert zum 25-jährigen Bestehen veranstalten. Zur Eröffnung plant der Männerchor die Lieder „Fröhlicher Rhein” und “Furusato no shiki“ (die vier Jahreszeiten meines Heimatortes) vorzutragen. Wir freuen uns schon auf Ihre Teilnahme!

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Auftritt in der Brauerei Schumacher zur Karnevalszeit