Grußwort zum Amtsantritt

Grußwort von Herrn Generalkonsul Ryuta Mizuuchi

S.1Generalkonsul kleiner

Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Name ist Mizuuchi und ich habe im November meinen Dienst als  Japanischer Generalkonsul in Düsseldorf angetreten. Wie im Fluge sind seitdem zwei Monate vergangen. Statt eines verspäteten Grußwortes zum Amtsantritt möchte ich an dieser Stelle lieber über meine Eindrücke der vergangenen zwei Monate berichten.

Es überrascht mich, wie ausgedehnt die Kontaktmöglichkeiten eines Generalkonsuls in dieser Region sind. Von der Anzahl der ausgetauschten Visitenkarten her zu urteilen, scheint der Austausch, den ich in einem Jahr meiner Dienstzeit in Berlin1 geführt habe, einem Monat des Austausches in Düsseldorf zu entsprechen. Einen noch größeren Eindruck hat bei mir jedoch hinterlassen, dass die Intensität des japanisch-deutschen Austausches, der hier in Düsseldorf stattfindet, meine Vorstellungen weit übertroffen hat. Dass es in Düsseldorf eine große japanische Gemeinde gibt, ist weitgehend bekannt. Doch dass sich darüber hinaus eine japanisch-deutsche Co-Existenz entwickelt hat, die durch gegenseitige Unterstützung floriert und, dass sich diese Entwicklung auf eine über ein halbes Jahrhundert zurückreichende Geschichte stützt, ist in der Tat bemerkenswert.

Uns Japanern scheint dies nicht unbedingt so bewusst zu sein, doch ich persönlich  glaube, dass der Beitrag, den die japanische Gemeinde hier in Düsseldorf zur Wirtschaft, Kultur, sozialen und anderen Belangen Deutschlands leistet, keineswegs unterschätzt werden darf. Dies gilt auch für die historische Bedeutung, die das hiesige Zusammenleben inne hat. Auf der anderen Seite habe ich von einem deutschen Journalisten, mit dem ich mich vor kurzem unterhalten habe, gehört, dass im Verhältnis zu der Größe des Beitrages, den die japanische Gemeinde hier in Nordrhein-Westfalen leistet, die Existenz der japanischen Community wenig wahrgenommen wird. Gründe hierfür seien, so der Journalist, dass die Präsenz der japanischen Gemeinde fast schon als selbstverständlich empfunden werde und dass es keine dynamischen Bewegungen mehr gebe. Im Gegensatz hierzu hätten die Chinesen die strategische Bedeutung des Standortes NRW verstanden und zögen mit auffälligen Aktivitäten das allgemeine Augenmerk auf sich. Dies ist eine Bemerkung, die einem als Japaner zu denken gibt.

Als am 19. Dezember das chinesische Generalkonsulat in Düsseldorf eröffnet wurde, war der chinesische Außenminister Wang Yi zu diesem Anlass vor Ort, und nahm gemeinsam mit Frau Ministerpräsidentin Hannelore Kraft die feierliche Enthüllung des Namensschildes des Konsulates vor. Sollte bei der Eröffnung eines Generalkonsulates im direkt neben der Japanischen Internationalen Schule gelegenem Stadtteil Oberkassel gewisse strategische Bedeutung zu erkennen sein, so könnte auch hier Mao Zedongs Konzept „Vom Land in die Stadt“ möglicherweise zur Geltung kommen. Außenminister Wang Yi sprach davon, dass Deutschland für Chinas Aktivitäten in Europa eine Vorreiterrolle einnehme und betonte, dass das Land NRW die Endstation der sogenannten neuen Seidenstraße2 sei.

Gleichwohl lassen sich die hier seit über einem halben Jahrhundert fortdauernde japanische Präsenz sowie das immense Potential der damit verbundenen Infrastruktur nicht so leicht ins Wanken bringen. Werde ich auf dieses Thema angesprochen, so äußere ich mich Deutschen gegenüber folgendermaßen: „Die hier bestehenden japanisch-deutschen Beziehungen sind nicht nur von wirtschaftlichem Interesse bestimmt. Sie umfassen alle möglichen Bereiche von allen Ecken und Winkeln des alltäglichen Lebens bis hin zur Kultur. Dafür zu sorgen, dass sich das Potential der japanischen Gemeinde gänzlich entfalten lässt, gehört zu meiner Aufgabe als Japanischer Generalkonsul. Wenn ich von Ihnen auch in diesem Jahr Ihre wertvolle Kooperation und Unterstützung erhalten könnte, würde ich mich sehr freuen.

1: Von August 2009 bis September 2012 war ich an der Botschaft von Japan als Gesandter für politische Angelegenheiten tätig.
2: In Duisburg solle die Seidenstraße geendet haben.