Aus der Kulturabteilung

„Musik vom Anfang an“

Seit ihrer Gründung im Jahre 1956 ist die Städtische Clara-Schumann-Musikschule die größte Bildungseinrichtung für Kinder und Jugendliche in Düsseldorf.
Zurzeit besuchen rund 7.200 junge Menschen regelmäßig und gerne den Musikschulunterricht als außerschulisches Angebot. Die Nachfrage ist sehr groß, was auch an einer langen Warteliste abzulesen ist, die gleichzeitig eine Bestätigung für das Konzept der Musikschule ist. Dabei geht es darum, den Schülerinnen und Schülern ein umfangreiches Basis-Wissen und Basis-Können zu vermitteln – also eine umfassende Musikbildung auf den Gebieten Instrumentalspiel, Chor und Ensemble zu realisieren – alles in allem also eine vielseitige Musikvermittlung, die lediglich die berufliche Ausbildung ausschließt, sie aber sehr wohl vorbereiten kann. In der Musikschule können alle Kinder mitmachen: Von Menschen mit Behinderung bis zu künftigen Studierenden der Musik, ohne Eingangshürden, ohne Ausschlusskriterien. Hier gibt es auch keine stilistische Einschränkungen: Avantgarde, Pop-Musik, Jazz und klassische Musik werden gleichermaßen vermittelt und gepflegt.

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Beim Konzert (Foto: Margret v Conta)

Die Städtische Clara-Schumann-Musikschule ergänzt damit den Musikunterricht der allgemeinbildenden Schulen in der Stadt. Die regelmäßige und praktische Beschäftigung mit der Musik soll zur persönlichen Bereicherung aller Beteiligten beitragen, um an den großartigen Traditionen der Musikkultur in unserem Staat und in Europa aktiv teilzunehmen und verantwortungsvoll fortzusetzen. Dazu kommt die wissenschaftliche Erkenntnis (vor allem von Neurologen), wonach die Beschäftigung mit Musik – besonders im Kindesalter – einen positiven Einfluss auf unser Gehirn, unsere Intelligenz und unser Sozialverhalten hat.

Der Stadt Düsseldorf ist es ein wichtiges Anliegen, die kindliche Entwicklung durch vielfältige Angebote früh zu fördern. Die Städtischen Clara-Schumann-Musikschule und das Jugendamt der Landeshauptstadt Düsseldorf entwickeln seit 2009 in einer einzigartigen Bildungspartnerschaft gemeinsam ein musikalisches Bildungskonzept, das in derzeit fünf städtischen Kindertagestätten sehr erfolgreich umgesetzt wird. Im Einklang mit der pädagogischen Konzeption der jeweiligen Kindertageseinrichtung wird Musik im Musikkindergarten als Bestandteil einer natürlichen und alltäglichen Lebensform vermittelt. Das pädagogische Personal der Kindertagesstätte und die musikpädagogische Fachkraft gestalten gemeinsam den Alltag im Musikkindergarten und bringen Bildungsprozesse, professionell mit Musik begleitet und gestaltet, fast wie von selbst in Bewegung.

Die Bevölkerung in Düsseldorf ist sehr heterogen in Bezug auf ihre Bildungswünsche. Die Welt der Musik ist mittlerweile genauso heterogen wie die Welt des Sports mit seinem Spektrum vom Breitensport bis Spitzenleistungen. In der Musikschule werden junge Menschen individuell nach ihrem Potenzial, ihren Bedürfnissen und ihren Zielen gefördert. Die Fähigkeit, sich am Instrument oder mit der Stimme zu artikulieren, bildet den Schwerpunkt des Unterrichts in der Musikschule und ist gleichzeitig die Voraussetzung für viele weitere musikalische Aktivitäten, vom Mitwirken im Ensemble, Auftritte vor einem Publikum bis zur kreativen Gestaltung einiger Musik. Auf diesem Fundament aufbauend gibt es musikschuleigene Bands, Orchester und Chöre auf fast jeder Entwicklungsstufe und Zusammensetzung, vom Einsteigerniveau bis zur Spitzenebene. Die Big-Band, das Jugendblasorchester und der Kinderchor der Städtischen Clara-Schumann-Musikschule haben in den letzten Jahren herausragende Preise in Musikwettbewerben auf nationaler und internationaler Ebene gewonnen.

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Peter Haseley
Direktor der Städtischen Clara-Schumann-Musikschule (Foto: Margret v Conta)

In Düsseldorf und in der Städtischen Clara-Schumann-Musikschule hat der Musikwettbewerb „Jugend musiziert“, Deutschlands ältester und erfolgreichster Jugendwettbewerb, eine lange Tradition. Jedes Jahr nehmen fast 25.000 musikbegeisterte junge Menschen in ganz Deutschland in Solokategorien oder in Kleingruppen daran teil. Ein Wettbewerb in der Musik dient der Standortbestimmung, dem Vergleich mit Gleichaltrigen sowie der Erkennung und Förderung von Talenten. In der Auseinandersetzung mit dem eigenen Programm und der eigenen Selbstbestimmung ziehen die Wettbewerbsteilnehmer regelmäßig einen vielfältigen Nutzen aus ihrem Auftritt und ihrer Leistung, egal ob oder welchen Preis sie gewonnen haben. Es gibt aus dem Musikunterricht zwei Erkenntnisse, die sich  im Wettbewerb bestätigen: Je mehr man übt und trainiert, desto besser wird man musizieren können. Umkehrschluss: Ohne Einsatz und Üben gibt es keine Fortschritte.

Die Musikwelt ist heute – vielleicht noch viel deutlicher als die wirtschaftliche Welt – globalisiert. Das bedeutet, dass die Anforderungen an künstlerisches Verständnis, musikalische Technik im Leistungsvergleich weltweit enorm gestiegen sind. Die Vervielfältigungsmöglichkeiten und Reproduzierbarkeit der Musik machen sie  international verfügbar. Wir befinden uns damit auf einer Weltbühne und suchen die Zuhörerschaft. Jede musikalische Aussage wird heute zu einer Herausforderung: Die medial konservierte Musik wird immer selbstverständlicher, so dass die Erwartungen an eine Live-Aufführung (und ihr Image) mit ihren kommunikativen Aspekten von Begegnung und Austausch in Vergessenheit zu geraten drohen. Live-Musik von gut ausgebildeten jungen Menschen in Interaktion mit einem anwesenden Publikum zu ermöglichen, ist eins der wichtigsten Ziele der Clara-Schumann-Musikschule. Gegen den unreflektierten Konsum setzt die Städtische Clara-Schumann-Musikschule Akzente!

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Konzertbeitrag eines Schülers (Foto: Margret v Conta)


Peter Haseley
Direktor der Städtischen Clara-Schumann-Musikschule