Aus der Kulturabteilung

Hilfe für Kinder, die in ihrem Heimatland keine angemessene ärztliche Behandlung erhalten
- Wir stellen Ihnen das Friedensdorf International vor –

In Oberhausen, nördlich von Düsseldorf liegt das „Friedensdorf". Das Friedensdorf International (im Folgenden "Friedensdorf" genannt) wurde 1967 gegründet und seit über 50 Jahren werden dort kranke und verletzte Kinder behandelt. Aber es sind keine deutschen Kinder, die in diesem Dorf leben. Kinder, die aufgrund von Armut und Krieg an gesundheitlichen Problemen leiden, verlassen ihre Elternhäuser und kommen aus der ganzen Welt nach Deutschland, um behandelt zu werden.

„Das Kind hat eine Krankheit oder Verletzung, die im Heimatland nicht ausreichend behandelt werden kann.", „Der Krankheitszustand des Kindes kann in Deutschland behandelt werden.", „Das Kind kommt aus armen Verhältnissen.", „Ein Partnerkrankenhaus übernimmt die Behandlung kostenlos." - Vor Ort wird geprüft, ob diese vier Bedingungen erfüllt sind. Ist dies der Fall, werden die Kinder mit einem Charterflug, der „Rettungsflug" genannt wird, nach Deutschland gebracht und können dann in einem Krankenhaus, dass seine Zustimmung gegeben hat, behandelt werden. Derzeit leben im Friedensdorf und in seinen Partnerkrankenhäusern 228 Kinder (ca. 180 davon sind im in Friedensdorf untergebracht und 48 sind derzeit stationär im Krankenhaus untergebracht).

Die Aktivitäten des Friedensdorfes werden in Japan oft thematisiert. 1999 besuchte die Schauspielerin Chizuru Higashi im Rahmen des Fernsehprogramms „Sekai Ululung Taizaiki" (Reisetagebuchs eines Weltenbummlers) das Friedensdorf und beteiligte sich an den Aktivitäten der freiwilligen Helfer vor Ort. Die Ausstrahlung der Sendung rief damals eine große Resonanz bei den Zuschauern hervor. In Ihrem Buch „Vergesst uns nicht“ hat Chizuru Higashi ihren damaligen Besuch und die anschließenden Beziehungen zum Friedensdorf schriftlich festgehalten. (In der Bücherei des Japanischen Clubs ist ein Exemplar dieses Buches vorhanden.)
Die Beziehung zwischen Japan und dem Friedensdorf sind sehr eng und Aktivitäten zur Unterstützung des Dorfes werden das ganze Jahr über in Japan durchgeführt. Es gibt auch viele Japaner, die im Friedensdorf tätig sind.

Diesmal war die Kulturabteilung zu Gast beim „Dorffest“ des Friedensdorfes. Im Folgenden berichten wir über das Fest, an dem auch Unterclubs unseres Vereins teilgenommen haben. Um das Fest ein bisschen lebhafter zu machen, haben der Sakura-Chor und der Männer-Chor mit einem gemischten Chor sowie die Taiko-Kids des Japanischen Clubs teilgenommen. Anderer japanische Gruppen zeigten Hula- und Yosakoi-Tanz. Die Lieder, Tänze und Performances, die auf der Bühne gezeigt wurden, hatten die Kinder bis dahin wahrscheinlich noch nie gesehen. Aber sie hatten vor der Bühne viel Spaß. Sie schauten interessiert zu, mit einem Blick, der zu Fragen schien „Was ist das wohl?", probierten manchmal mitzutanzen und waren von Anfang bis Ende fröhlich am Lachen.

 S8 links obenViele Besucher kamen zu dem Festival.

Im Verkaufsbereich wurden den Gästen die Nationalgerichte verschiedener Länder (Länder, die vom Friedensdorf unterstützt werden, ihre Nachbarländer sowie Japan und Deutschland) serviert. Außerdem gab es einen Basar für Spielsachen.

Wir haben auch an einer Tour teilgenommen, bei der man das Friedensdorf von Innen besichtigen konnte. Man erklärte uns, dass die Kinder sich in ihrem Lebensalltag gegenseitig unterstützen und, dass sie, kurz bevor sie nach Deutschland kommen, zahlreiche Handzeichen (Ich möchte auf die Toilette gehen. Mir tut etwas weh! Ich habe Hunger! Ich möchte schlafen. usw.) lernen. Wir hörten außerdem, dass zurzeit ein Operationsraum eingerichtet wird, in dem kleinere Operationen durchgeführt werden können.
Am beeindruckendsten war es zu erfahren, dass man den Kindern den Termin ihrer Heimreise erst einen Tag vor der Abreise mitteilt. Dies geschieht aus Rücksichtnahme für die Kinder. Am Vortag der Abreise entscheidet ein Arzt, ob das Kind gesund genug für die Rückkehr in sein Heimatland ist. Im unwahrscheinlichen Fall, dass die Heimreise doch nicht möglich ist, soll das Kind nicht enttäuscht sein.

Mai Okuyama und Mizu Kikuchis arbeiten als Freiwillige im Dorf und kümmern sich jeden Tag um die Kinder. Obwohl sie sehr beschäftigt sind, hatte ich das Vergnügen, mich ein wenig mit ihnen unterhalten zu dürfen.
Was beide berichteten war, dass die Kinder normalerweise sehr stark und voller Energie sind! Obwohl sie verletzt oder krank sind, streiten sie sich ständig und hören nicht, wenn man ihnen etwas sagt... Sie sind wohl völlig anders als japanische oder deutsche Kinder.
Die Nationalitäten der Kinder sind sehr zahlreich. Die meisten Kinder kommen aus Angola und Afghanistan, gefolgt von Tadschikistan, Kirgisistan, Kambodscha, Usbekistan und Gambia.
Man teilt die Kinder nach dem Alter in vier Gruppen ein. Die jüngsten Kinder sind 10 Monate alt, die ältesten14 Jahre. eingeteilt. Frau Okuyama erzählte mir, dass man im Dorf zwar die viele kulturellen Unterschiede respektiere, die Kinder aber lehrt, dass man "schlechte Dinge nicht tun darf."
„Wenn man als Freiwilliger arbeitet, kann man etwas über die tatsächliche Situation der Länder erfahren, in denen derzeit Konflikte andauern“, sagte Frau Kikuchi. "Mir macht es Spaß, wenn die Kinder mir Spiele aus ihrem Heimatland beibringen und ich in einer fremden Sprache kommunizieren kann."

S8 rechts obenDie Auftritte des Männer- und Sakura-Chors (oben) und der Taiko-Kids (unten). Abbildung der Fotos mit freundlicher Genehmigung des Friedensdorf International.

„Es gibt immer noch mehr Kriege auf der Welt als ich dachte. Als ich in Japan war, habe ich davon gar nicht mitbekommen. Ich möchte mehr über die Menschen erfahren, die jetzt im Moment einen Krieg erleben und ihnen helfen.“, berichtet mir Frau Okuyama. Beide wünschen sich, dass in Deutschland lebende Japaner mehr über die Aktivitäten des Friedensdorfes erfahren und sehen, wie zwei ihrer Landleute in dieser Einrichtung arbeiten. Diese Wünsche haben Sie mir als Botschaft mitgegeben.

Das erklärte Ziel der Aktivitäten des Friedensdorfes ist es, „Zu einer Gesellschaft beizutragen, in der ein Friedensdorf irgendwann nicht mehr notwendig ist.“ Neben der Behandlung der Kinder setzt man sich auch für die Verbesserung der medizinischen Versorgung vor Ort ein und bemüht sich, Aktivitäten zur Friedenserziehung durchzuführen. In der Aktivitätsbeschreibung des Friedensdorfes steht ein Satz, der bei mir großen Eindruck hinterlassen hat: „Frieden wird nicht von der anderen Seite kommen."

S8 rechts untenDie Kinder leben zusammen und helfen sich gegenseitig, indem sie z. B. die Rollstühle der anderen Kinder schieben.

Es würde mich sehr freuen, wenn dieser Artikel bei Ihnen Interesse am Friedensdorf geweckt hat. Im Friedensdorf ist japanisches Personal in Festanstellung tätig. Wenn Sie das Friedensdorf besuchen möchten, können Sie sich auf Japanisch an die folgenden E-Mail-Adressen wenden.
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Die Homepage des Friedensdorfes: http://japan.friedensdorf.de

(Interviews & Verfassen des Artikels: Freiwillige Helferin der Kulturabteilung)